Auf Amazon USA verkaufen: Amazon FBA für DACH-Händler
Auf Amazon USA verkaufen können Händler aus Deutschland, Österreich und der Schweiz ohne Umzug und ohne Visum. Mit Amazon FBA lagert Ihre Ware in amerikanischen Logistikzentren, Amazon verschickt sie an die Kunden und übernimmt Retouren und Kundenservice. Über den Erfolg entscheiden drei Punkte: das Verkäuferkonto, der Import in die USA und die Gesellschaft, mit der Sie verkaufen. Dieser Leitfaden geht alle drei durch, mit Gebühren, Pflichten und einem Fahrplan in acht Schritten.
Stand September 2026. Quellen: Amazon (Preisübersicht, Registrierung, Richtlinien in Seller Central, Quartalszahlen Q2 2026), US Customs and Border Protection, Federal Register, IRS, eMarketer.
Warum sich Amazon.com für Händler aus dem DACH-Raum lohnt
Amazon.com ist der direkteste Weg zu amerikanischen Kunden, ohne eigenes Ladengeschäft und ohne eigenes Lager in den USA. Nach einer Prognose von eMarketer entfielen 2025 rund 40 Prozent des gesamten US-Onlinehandels auf Amazon. Den größeren Teil der Verkäufe im Amazon-Store machen dabei nicht Amazon selbst, sondern unabhängige Händler wie Sie.
Mit Amazon FBA sind Ihre Artikel Prime-fähig, weil sie bereits in einem amerikanischen Logistikzentrum liegen. Aus Kundensicht kaufen Sie damit wie bei einem US-Händler, und genau das entscheidet auf Amazon.com über den Umsatz.
Was brauchen Sie für ein Verkäuferkonto auf Amazon.com?
Für ein Verkäuferkonto auf Amazon.com brauchen Sie einen amtlichen Ausweis, eine international belastbare Kreditkarte, ein Bankkonto für die Auszahlungen, einen Adressnachweis aus den letzten 180 Tagen und Ihre Steuerangaben. Als Unternehmen reichen Sie zusätzlich einen Registerauszug ein, etwa einen Handelsregisterauszug, ebenfalls nicht älter als 180 Tage. Amazon prüft Ihre Identität über ein Foto von Gesicht und Ausweis oder über einen kurzen Videocall, laut Amazon meist in drei Werktagen oder weniger.
Im Steuerinterview fragt Amazon Ihren steuerlichen Status ab und erzeugt daraus das passende US-Formular: W-8BEN für natürliche Personen, W-8BEN-E für ausländische Gesellschaften wie eine GmbH.
Ein amerikanisches Bankkonto verlangt Amazon nicht. Über den Amazon Currency Converter for Sellers kommen die Erlöse in Euro oder Franken auf Ihr Konto, meist zwei bis fünf Werktage nach der Auszahlung. Die Umrechnung kostet 1,5 Prozent bei einem Jahresvolumen unter 100.000 US-Dollar. Wer ein Dollarkonto hat, lässt in Dollar auszahlen und bezahlt Lieferanten, Spedition und Werbung direkt aus diesem Guthaben.
Was kostet das Verkaufen über Amazon USA?
Das Verkaufen über Amazon USA kostet im Professional-Tarif 39,99 US-Dollar im Monat, dazu kommt je Verkauf eine Verkaufsgebühr, die meist bei 15 Prozent liegt und je nach Kategorie zwischen 8 und 20 Prozent schwankt. Mit FBA fallen zusätzlich Versand- und Lagergebühren an. Die wichtigsten Posten laut Amazon-Preisübersicht:
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| Posten | Betrag | Hinweis |
|---|---|---|
| Professional-Tarif | 39,99 USD im Monat | Lohnt sich ab etwa 41 Verkäufen im Monat |
| Individual-Tarif | 0,99 USD je verkauftem Artikel | Für den Test mit wenigen Verkäufen |
| Verkaufsgebühr | meist 15 %, je nach Kategorie 8 bis 20 % | Mindestens 0,30 USD je Artikel |
| FBA-Versand und Lagerung | je nach Größe, Gewicht und Lagerdauer | Deckt Versand, Retouren und Kundenservice ab |
| Platzierungsgebühr beim Einlagern | je Einheit | Entfällt bei Aufteilung durch Amazon, ab fünf gleichen Kartons je Artikel |
| Währungsumrechnung | 1,5 % | Nur bei Auszahlung in Euro oder Franken |
Neue Professional-Verkäufer erhalten von Amazon eine Gutschrift von 400 US-Dollar auf die Platzierungskosten. Der Professional-Tarif ist günstiger als der Individual-Tarif, sobald Sie mehr als 40 Artikel im Monat verkaufen.
Amazon FBA oder Versand aus Europa (FBM)?
Amazon FBA (Fulfillment by Amazon) heißt: Sie schicken Ihre Ware gesammelt in ein amerikanisches Logistikzentrum, und Amazon lagert sie, verschickt jede Bestellung und bearbeitet Retouren. Beim Versand durch den Händler (Fulfillment by Merchant, kurz FBM) verschicken Sie jede Bestellung selbst, etwa aus Ihrem Lager in Deutschland.
Für den Versand aus Europa hat sich die Rechnung geändert. Seit dem 29. August 2025 haben die USA die Zollfreigrenze von 800 US-Dollar für Einzelsendungen ausgesetzt, unabhängig von Warenwert, Herkunftsland und Transportweg. Jedes einzelne Paket aus Deutschland wird damit verzollt. Die US-Zollbehörde hat die Aussetzung im Juni 2026 auf unbestimmte Zeit verlängert (Federal Register), gesetzlich endet die Freigrenze zum 1. Juli 2027. Mit FBA verzollen Sie stattdessen einmal je Importsendung.
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| Kriterium | Amazon FBA | Versand aus Europa (FBM) |
|---|---|---|
| Lagerort | Amazon-Logistikzentrum in den USA | Ihr Lager in Europa |
| Lieferung an Kunden | Prime-fähig, Versand durch Amazon | Internationaler Versand je Bestellung |
| Zoll | Einmal je Importsendung | Bei jedem einzelnen Paket |
| Retouren und Kundenservice | Übernimmt Amazon | Übernehmen Sie selbst |
| Ihr Aufwand | Import und Einlagerung planen | Jede Bestellung verpacken und versenden |
Wie kommt Ihre Ware in die USA? Der Importer of Record
Der Importer of Record ist das Unternehmen, das die Ware beim US-Zoll anmeldet und für Zoll, Angaben und die Einhaltung der Einfuhrvorschriften einsteht. Bei FBA-Sendungen übernimmt Amazon diese Rolle ausdrücklich nicht. Sendungen, die Amazon als Importeur angeben, lehnt Amazon ab und schickt sie auf Kosten des Versenders zurück, geliefert wird verzollt (Amazon-Richtlinie zum Import). Für die Rolle des Importeurs gibt es zwei Wege:
- Ihre europäische Gesellschaft als Importeur
Sie braucht einen Zustellungsbevollmächtigten im Bundesstaat des Einfuhrhafens und eine Zollbürgschaft (Customs Bond) über einen Bürgen in den USA. Eine Importeursnummer vergibt die US-Zollbehörde über das Formular CBP 5106. Den Bevollmächtigten stellt meist der Zollagent.
- Ihre US LLC als Importeur
Die LLC importiert als amerikanisches Unternehmen mit eigener US-Steuernummer und hält die Verantwortung für den Import in den USA, getrennt von Ihrer Gesellschaft in Europa.
In beiden Fällen arbeitet ein lizenzierter Zollagent (Customs Broker) die Anmeldung ab. Er ist keine Pflicht, in der Praxis aber der Normalfall. Den Zollsatz prüft er je Warengruppe vor der ersten Sendung, weil sich die US-Zölle in den Jahren 2025 und 2026 mehrfach geändert haben.
Neben dem Zoll gelten Produktvorschriften: Lebensmittel und Kosmetik unterliegen der Arzneimittel- und Lebensmittelbehörde FDA, Funk- und Elektronikgeräte der Fernmeldebehörde FCC, Kinderprodukte den Regeln der Verbraucherschutzbehörde CPSC. Diese Nachweise gehören vor die erste Sendung, nicht danach.
Wer zahlt die Sales Tax bei Amazon USA?
Die Sales Tax berechnet, erhebt und führt Amazon als Marktplatzbetreiber (Marketplace Facilitator) für Sie ab, in allen 45 Bundesstaaten mit landesweiter Sales Tax sowie in Alaska, Washington, D.C., und Puerto Rico. Für Ihre Verkäufe über Amazon.com müssen Sie die Steuer also nicht selbst berechnen. Einige Bundesstaaten verlangen trotzdem eine eigene Registrierung, und wer zusätzlich über einen eigenen Onlineshop verkauft, trägt die Sales Tax dort selbst. Wie das amerikanische System funktioniert, steht in unserem Beitrag zur Mehrwertsteuer in den USA.
Mit der eigenen GmbH oder mit einer US LLC verkaufen?
Verkaufen können Sie auf Amazon.com mit Ihrer bestehenden Gesellschaft aus Deutschland, Österreich oder der Schweiz. Sobald das Geschäft wächst, verschiebt sich die Rechnung: Bankkonto, Import, Haftung und Rücksendungen laufen mit einer amerikanischen Gesellschaft deutlich einfacher. Die Unterschiede im Überblick:
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| Punkt | Verkauf mit Ihrer DACH-Gesellschaft | Verkauf über eine US LLC |
|---|---|---|
| Bankkonto in Dollar | Auszahlung auf das europäische Konto, Umrechnung durch Amazon oder einen Zahlungsdienst | Eigenes US-Geschäftskonto, Auszahlung in Dollar ohne Umweg |
| Importer of Record | Ausländischer Importeur mit eigener Zollregistrierung und Zollbürgschaft | Die LLC importiert als amerikanisches Unternehmen |
| Haftung bei Produktschäden | Klagen aus den USA richten sich gegen Ihre Hauptgesellschaft | Die LLC haftet mit ihrem Vermögen, Ihre Hauptgesellschaft bleibt getrennt |
| Adresse für Kunden und Behörden | Europäische Anschrift | Amerikanische Geschäftsadresse |
| Außenwirkung | Ausländischer Händler | Amerikanisches Unternehmen |
Wie die Gewinne besteuert werden, hängt an Ihrem Wohnsitz und an der Struktur, nicht an Amazon. Eine Einpersonen-LLC mit Gesellschafter außerhalb der USA ist auf US-Bundesebene meist eine Disregarded Entity, und die Einordnung in Deutschland folgt eigenen Regeln. Das stimmen wir vor der Gründung mit Ihrem Steuerberater ab. Warum die LLC für ein Onlinegeschäft die passende Rechtsform ist, steht im Beitrag US LLC für ein Online Business.
Produkthaftpflicht und Markenschutz: was Amazon.com verlangt
Amazon verlangt eine gewerbliche Haftpflichtversicherung mit Produkthaftung, sobald Ihr Bruttoerlös in einem einzigen Monat 10.000 US-Dollar übersteigt. Sie haben dann 30 Tage Zeit. Die Deckung beträgt 1 Million US-Dollar je Schadensfall und insgesamt, und Amazon wird als zusätzlich versicherte Partei eingetragen. Klagen wegen Produktschäden richten sich in den USA gegen den Verkäufer. Verkaufen Sie über eine US LLC, haftet die LLC, und Ihre Gesellschaft in Europa bleibt davon getrennt.
Für die Amazon Brand Registry brauchen Sie eine eingetragene oder angemeldete Marke. Für Amazon.com heißt das in der Praxis eine Anmeldung beim US-Markenamt USPTO. Mit der Brand Registry kontrollieren Sie Ihre Produktseiten selbst und erhalten Werkzeuge gegen Markenverletzungen.
In acht Schritten zum ersten Verkauf auf Amazon.com
- Produkt prüfen
Nachfrage, Wettbewerb und Preisniveau auf Amazon.com ansehen, dazu die US-Vorschriften für Ihre Warengruppe.
- Struktur festlegen
Verkauf mit der bestehenden Gesellschaft oder über eine US LLC, abgestimmt mit Ihrem Steuerberater.
- Gesellschaft und Bankkonto
Bei der LLC: Eintragung in rund sieben Tagen, danach Geschäftskonto in Dollar.
- Verkäuferkonto anlegen
Registrierung auf Amazon.com mit Identitätsprüfung und Steuerinterview.
- Marke schützen
Markenanmeldung beim US-Markenamt und Aufnahme in die Brand Registry.
- Import organisieren
Importer of Record, Customs Broker und Spedition bis zum Amazon-Lager.
- Versicherung abschließen
Produkthaftpflicht mit Deckung in den USA, bevor die Umsätze wachsen.
- Listing und Werbung
Produktseite auf Englisch für US-Kunden, dazu Sponsored-Products-Kampagnen für die ersten Bewertungen.
Was Revis-1 für Amazon-Händler übernimmt
Revis-1 sitzt in Weston, Florida, und baut die amerikanische Seite Ihres Amazon-Geschäfts auf. Sie sprechen Deutsch mit uns, wir sprechen mit Bank, Bundesstaat und Dienstleistern vor Ort. Konkret übernehmen wir:
- Gründung Ihrer US LLC
Im passenden Bundesstaat, eingetragen in rund sieben Tagen, mit Registered Agent und Operating Agreement.
- Geschäftskonto in Dollar
Begleitung der Kontoeröffnung vor Ort, damit die Auszahlungen von Amazon direkt in Dollar ankommen.
- Adresse in den USA
Auf Wunsch eine Geschäftsadresse im Business Center in Miami für Bank, Behörden und Geschäftspartner.
- Import und Steuern im Zusammenspiel
Wir stimmen Customs Broker, US-CPA und Ihren Steuerberater in Deutschland aufeinander ab, damit Struktur und Import zusammenpassen.
- Laufende Betreuung
Jahresbericht an den Bundesstaat und Meldungen an die US-Finanzverwaltung haben wir im Blick, jedes Jahr.
Ihr Amazon-Geschäft mit eigener US-Gesellschaft
Im Erstgespräch klären wir Warengruppe, Struktur und Bundesstaat und sagen Ihnen, was Sie für den Start auf Amazon.com brauchen.
Erstgespräch vereinbarenKomplettgründung ab 1.950 Euro · Eintragung in rund 7 Tagen
Häufige Fragen zum Verkaufen auf Amazon USA
Kann ich als Deutscher auf Amazon USA verkaufen?
Ja. Amazon.com nimmt Verkäufer aus Deutschland, Österreich und der Schweiz auf, als Privatperson oder als Unternehmen. Einen Wohnsitz oder ein Visum in den USA brauchen Sie dafür nicht.
Kann man als Privatperson auf Amazon USA verkaufen?
Ja. Für wenige Verkäufe eignet sich der Individual-Tarif mit 0,99 US-Dollar je verkauftem Artikel. Wer regelmäßig verkauft, betreibt in Deutschland in aller Regel ein Gewerbe und nutzt dann den Professional-Tarif.
Was kostet das Verkaufen über Amazon USA?
Der Professional-Tarif kostet 39,99 US-Dollar im Monat. Dazu kommt je Verkauf eine Verkaufsgebühr von meist 15 Prozent, je nach Kategorie 8 bis 20 Prozent, und mit FBA die Gebühren für Versand und Lagerung.
Brauche ich eine US-Firma, um auf Amazon.com zu verkaufen?
Nein, Sie können mit Ihrer Gesellschaft aus dem DACH-Raum verkaufen. Eine US LLC bringt ein eigenes Dollarkonto, einen amerikanischen Importeur für Ihre FBA-Sendungen und eine Haftungstrennung von Ihrer Gesellschaft in Europa. Ab einem spürbaren Umsatz überwiegen diese Vorteile den laufenden Aufwand.
Wie bekomme ich mein Geld von Amazon USA?
Amazon zahlt über den Amazon Currency Converter for Sellers in Euro oder Franken auf Ihr Konto aus, meist zwei bis fünf Werktage nach der Auszahlung und gegen 1,5 Prozent Umrechnungsgebühr. Mit einem Dollarkonto erhalten Sie die Erlöse ohne Umrechnung.
Wer zahlt die Sales Tax beim Verkauf über Amazon.com?
Amazon berechnet, erhebt und führt die Sales Tax als Marktplatzbetreiber ab, in allen Bundesstaaten mit Sales Tax sowie in Washington, D.C., und Puerto Rico. Einige Bundesstaaten verlangen trotzdem eine eigene Registrierung.
Brauche ich eine Produkthaftpflichtversicherung?
Ja, sobald Ihr Bruttoerlös auf Amazon.com in einem Monat 10.000 US-Dollar übersteigt. Amazon verlangt dann innerhalb von 30 Tagen eine gewerbliche Haftpflicht mit Produkthaftung über 1 Million US-Dollar.